Nachdem ich jetzt von den negativen Seiten des Dorfleben berichtet habe, gibt es natürlich auch eine sehr schöne:
Mit meiner besten Freundin, die das gleiche Leid ertragen muss, ist das alles meist ganz angenehm. In der vielen Zeit ( oder seit neusten eher in der wenigen Zeit, ja… in genau 19 Tagen erwartet uns das Abitur nebenbei erwähnt!) die wir miteinander verbringen, vergisst man manchmal all das andere. Wir hatten schon unzählige lustige, traurige, schöne und verrückte Momente und Erlebnisse, die ich gegen nichts auf der Welt eintauschen würde. Ich könnte stundenlang davon berichten wie wichtig sie mir ist, beende dies allerdings hier (@LN: I love you!) und greif noch einmal die Frage vom letzten Mal auf.
Nun, ich würde sagen: NEIN! Definitiv nein.
Allgemein lässt sich sagen:
Mit einer Clique, lassen sich die unten aufgeführten Mängel im Alltag, die das Dorfleben so prägen, nicht ganz so schlimm erscheinen. Nun möchte ich aber das „Problem“ an der Sache erläutern.
Um dauerhaft zu „DER Clique“ im Dorf zu gehören, müssen folgende Kriterien auf jeden Fall erfüllt sein:
1. Die wichtigste Lebenseinstellung: Unser Dorf ist das Beste, darum darf so wenig wie möglich Zeit außerhalb verbracht werden.
2. Den heimischen Dialekt sollte man verstehen und fließend sprechen.
3. Nichts geht ohne Alkohol! (Hat man am nächsten Tag einen Termin, zu dem man mit dem Auto muss: egal! Trifft man sich zu in der kleinen Runde unter der Woche: egal! Hatte man die letzten 2 Tage schon getrunken: egal! usw. )
4. Da die „dauerhaften Mitglieder“ zu 100% aus Männern bestehen, ist es wohl auch ein Vorteil selbst männlich zu sein.
Um ein „gelegentliches Mitglied“ zu werden gibt es außerdem folgende Möglichkeiten:
1. Zuallererst gilt: Alkohol nie verweigern!
2. verwandtschaftliche Beziehungen sind von Vorteil
3. Ist man die Freundin von einem, wird man ebenfalls integriert (allerdings kommt hierbei die Problematik hinzu, dass die meisten getreu dem Motto leben „Wer braucht schon feste Freundinnen?!“ und wenn sich einer dazu einlässt sind Werte wie Treue und Ehrlichkeit eher weniger wichtig)
WILL MAN DA WIRKLICH DAZU GEHÖREN???
Wenn man die Fläche von Berlin durch 27 teilt und die Einwohnerzahl von München durch 250, dann kann man sich ansatzweise vorstellen wo ich lebe.
Probleme, wie die mangelnde Verkehrsanbindung, die fehlenden Einkaufsläden oder sonstige Freizeitbeschäftigungsmöglichkeiten, haben sich mit meinem 18 Geburtstag im Dezember und dem damit verbundenen Erwerb des Führerscheins, glücklicherweise minimiert.
Auch die 45-minütige Fahrt mit dem Bus zur Schule in die nächste Kleinstadt (welche lediglich 10 Kilometer entfernt und mit dem Auto im schlechtesten Fall in 15 Minuten erreicht ist), lässt sich nun häufiger vermeiden.
Ebenfalls noch zu erwähnen ist die Rekordzeit, in der sich hier die Neuigkeiten herumsprechen. Würde etwas unbemerkt geschehen und nicht gleich am nächsten Tag die Runde machen, wäre dies schon fast mit einem Weltwunder gleichzusetzen.
Aber das Beste hier, bleiben immer noch die Leute…!